Haftungsfälle

Die Spannbreite, in der Fehler unterlaufen können, ist auch hier sehr weit. Die folgende Auflistung ist lediglich beispielhaft und nicht abschließend. 

 

Unnötig gezogene Zähne

Grundsätzlich ist ein Zahnarzt verpflichtet, Zähne erst dann zu ziehen, wenn keine andere Behandlungsmethode mehr den gleichen Heilungserfolg verspricht. Wird ein Zahn dennoch gezogen, liegt häufig ein Behandlungsfehler vor.

Gesunde Zähne, die nicht wegen anderer medizinischer Indikatoren einer Behandlung bedürfen, darf ein Zahnarzt nur mit dem expliziten Einverständnis des Patienten behandeln. Liegt ein solches nicht vor, ist ein Behandlungsfehler anzunehmen. 

 

Zu große Füllungen oder schlecht angepasste Kronen

Sobald Füllmaterial oder Kronen zum Einsatz kommen, ist ein Zahnarzt verpflichtet darauf zu achten, dass die Kaufähigkeit des Patienten gewährleistet bleibt. Es dürfen weder durch schlecht sitzende Kronen noch durch zu hohe Mengen an Füllmasse nachbleibende Schmerzen entstehen. Ist dies der Fall, ist am Einzelfall zu prüfen, ob ein Behandlungsfehler vorliegt und Ersatzansprüche bestehen, gegebenenfalls durch die Einholung eines Sachverständigengutachtens

 

Fehlerhafte Wurzelbehandlungen

Häufig muss der Zahn an der Wurzel behandelt werden. Das angewandte Verfahren bietet in seiner Komplexität viel Raum für Behandlungsfehler verschiedener Art. So kann schon die zur Betäubung angesetzte Spritze falsch gesetzt sein und zu Schmerzen führen. Aber auch die Behandlung an der Wurzel selbst bedarf einer aufmerksamen Betrachtung, wenn dem Patienten im Nachhinein unübliche Schmerzen entstehen oder der gewünschte Erfolg ausbleibt. Ein Vordringen von Füllmaterial in die Kieferhöhle ist dabei nur eine von vielen Varianten fehlerhafter Behandlung.


Versicherungsrechtliche Besonderheiten

Die Kosten für eine zahnärztliche Behandlung können oftmals umfangreich ausfallen. Enttäuschend wird es immer dann, wenn die eigene Krankenversicherung die Kosten nicht oder nicht vollständig übernimmt.

 

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt meist nur solche Leistungen, die notwendig und wirtschaftlich sind. Insbesondere wegen des Gebots der Wirtschaftlichkeit als gesetzliche Vorlage, werden bestimmte Behandlungsmethoden kostentechnisch nicht vollumfänglich beglichen, sodass ein Eigenanteil für den Versicherten bestehen bleibt.

 

Die Krankenkassen sind jedoch verpflichtet die Kosten der Behandlung bis zu dem Betrag zu bezahlen, welcher angefallen wäre, wenn der Versicherte die kostengünstigere und grundsätzlich zu übernehmende Alternative gewählt hätte.

 

Beim Zahnersatz zahlt die GKV nur pauschale Festzuschüsse. Weitergehende Kosten sind auch hier vom Versicherten selbst zu tragen. Beispielhaft ist die Übernahme der kostengünstigen Zahnfüllung mit Amalgam, dessen Einsatz aufgrund des recht hohen Quecksilbergehaltes umstritten ist. Anderweitige Füllungen müssen vom gesetzlich Versicherten selbst gezahlt werden.

 

Welche Kosten für bestimmte Behandlungen zu welchen Anteilen von den Versicherungen zu übernehmen sind, ist oftmals nicht klar und bedarf genauer Einzelfallprüfung. Sollten Sie diesbezüglich Fragen haben, helfen wir Ihnen gerne weiter. Schildern Sie uns Ihren Fall und erhalten Sie eine kostenfreie Ersteinschätzung.